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Das Rennen Paris-Brest-Paris wurde 1891
unter der Leitung von Pierre Giffard von der Zeitung "Le
Petit Journal" ins Leben gerufen, um die Haltbarkeit
des damals noch jungen Produkts Fahrrad unter Beweis zu stellen.
Von 207 Teilnehmern (sowohl Profis als auch Amateure) kamen
99 an, Sieger war Charles Terront mit 71:22 Stunden, die er
ohne Schlaf fuhr. Aufgrund des enormen logistischen Aufwands
beschlossen die Organisatoren allerdings, das Radrennen nur
in einem Zehn-Jahres-Abstand durchzuführen.
Bei der nächsten Austragung 1901
wurde das Rennen von Henri Desgrange, Chefredakteur der Zeitschrift
L'Auto-Vélo (die spätere L'Équipe), organisiert
und jeweils eigene Rennen für Profis und "Touristen"
ausgetragen. Bei den Profis gewann in einer Zeit von über
52 Stunden der Franzose Maurice Garin, der zwei Jahre später
auch die erste Austragung der Tour de France für sich
entscheiden sollte. Die nächsten Sieger hießen
Emile Georget (1911, 50:13 Stunden) und Lucien Mottiat (1921,
55:07 Stunden).
Eine Besonderheit der Strecke ist, dass
sie sehr hügelig ist. Obwohl es zwischen Paris und Brest
keine Berge gibt, sind rund 10.000 Höhenmeter in mehr
als 360 Anstiegen zu bewältigen.
Brevet und
Audax für Amateure
1931 gab es wichtige Änderungen im Reglement: Die Amateure
bekamen erstmals ein Zeitlimit von 96 Stunden (1961 auf 90
Stunden reduziert) und sie konnten wählen, wie sie die
Strecke bewältigen wollten: 44 so genannte "Randonneure"
fuhren auf eigene Faust (Allure Libre); ihr so genanntes Brevet
wurde vom "Audax Club Parisien" organisiert. Wer
im geschlossenen Verband fahren wollte, konnte sich der "Union
des Audax Cyclistes Parisiens" unter der Leitung von
André Griffe anschließen und Audax-Fahrer nennen.
Sieger bei den Profis war 1931 mit dem Australier Sir Hubert
Opperman erstmals ein Ausländer (49:23 Stunden). Bei
den Randonneuren beendeten Tranchant, Cottard und Ruard die
Fahrt mit 68:30 Stunden. Audax-Fahrer ermitteln keinen Sieger,
da sie gemeinsam fahren, und zwar früher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von 20km/h, seit 1951 mit 22,5km/h.
Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wurde
die folgende Austragung (eigentlich 1941) auf 1948 verschoben,
die Albert Hendrickx (41:36 Stunden) gewann. Die ersten Amateure
waren Coutelier und Chetiveau (49:20 Stunden). Das Rennen
fand nun alle fünf Jahre statt. 1951 konnte der Franzose
Maurice Ciot mit 38 Stunden und 55 Minuten eine neue Rekordzeit
setzen. Wegen der enormen Streckenlänge sank das Interesse
der Profis so stark, dass Paris-Brest-Paris seitdem ausschließlich
von Amateuren bestritten wird. 1956 gab es 220 Teilnehmer,
der Sieger war Baumann (52:19 Stunden). Wegen des äußerst
schlechten Wetters auf der gesamten Strecke kamen nur 155
Fahrer innerhalb des Zeitlimits zurück nach Paris. Gilbert
Bulte und Lucien Detee fuhren erstmalig beo Paris-Brest-Paris
ein Tandem. 1961 gewann unter 179 Fahrern Fouace mit 49:15
Stunden. 1966 war der schnellste Teilnehmer nach 44:21 Stunden
zurück in Paris.
Aufteilung
der beiden Fahrten
1971 wurde Paris-Brest-Paris letzmalig gemeinsam für
Randonneure und Audax-Fahrer ausgerichtet. Die 330 Audax-Teilnehmer
starteten in 17 Gruppen vier Tage vor den Brevet-Fahrern.
Seitdem findet der Brevet alle vier und der Audax alle fünf
Jahre statt.
Brevet
Der Brevet 1975 erforderte erstmalig einen im selben Jahr
gefahrenen 600km-Marathon als Qualifikation. Da zwei der 714
Fahrer bei Paris-Brest-Paris umkamen, finden die Brevets seit
1979 weitgehend auf Nebenstraßen statt. Außerdem
muss man sich seit 1979 mit einer vollständigen Brevet-Reihe
(200, 300, 400 und 600km) qualifizieren. 1983 gingen bereits
2106 Teilnehmer aus 15 Ländern an den Start, und 1903
Radfahrer erreichten das Ziel innerhalb des Zeitlimits von
90 Stunden. 1991 starteten 3281 Randonneure, aber nur rund
2500 kamen rechtzeitig ins Ziel. Viele machten dafür
die neue Startzeit von 22:00 Uhr verantwortlich. Im Jahr 2003
starteten ca. 4100 Teilnehmer; erstmalig waren mehr Ausländer
als Franzosen dabei.
Die besten Hobby-Radfahrer bewältigen
die Strecke in ca. 44 Stunden, aber für die meisten Teilnehmer
steht nicht der Sieg im Mittelpunkt, sondern sie wollen die
Strecke innerhalb der vorgegebenen Zeit (wahlweise 90, 84
oder 80 Stunden) schaffen. Der Kampf gegen die Müdigkeit
ist dabei oft schwieriger als die Anstrengung des Radfahrens.
Erleichtert wird der Brevet dadurch, dass die Strecke komplett
ausgeschildert ist, was bei Brevets unüblich ist. Erlaubt
sind im Gegensatz zu Radrennen nicht nur Rennräder, sondern
alles, was ausschließlich mit Muskelkraft bewegt wird.
Neben zahlreichen Liegerädern fahren auch viele Tandems
mit, so waren im Jahr 2003 ein dreisitziges Fahrrad (Triplet)
und sogar ein Sport-Tretroller dabei. Verboten sind lediglich
Triathlon-Lenkeraufsätze, vorgeschrieben ist hingegen
eine Beleuchtung.
Der nächste Brevet Paris-Brest-Paris
findet im August 2011 statt.
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