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Das bisher längste Rennen in unserer Vorbereitung
auf das RAAM 2007 hat
gezeigt, dass wir es schaffen müssten in den USA erfolgreich
ans Ziel zu
kommen.
Die Anreise haben wir entspannt mit der Fähre
von Kiel nach Oslo und von
dort mit dem Zug weiter nach Trondheim bewältigt. Die norwegische
Bahn
transportiert auch labile Carbonräder ohne Probleme und kostengünstig
für
nur ca. EUR 8,00.
Die Styrkeproven ist ein nationales Event - wir
wurden vielfach angesprochen
und bestaunt und haben bereits bei der Anreise viele Mitstreiter
aus ganz
Europa kennen gelernt.
Schon bei der Anmeldung zum Rennen standen wir
dann Schlange, denn ca. 5.000
Teilnehmer und deren Begleiter holen Ihre Startnummern ab - das
ganze im
Rahmen eines tollen Volksfestes mit Bands, Verkaufsständen
usw. - die Stadt
Trondheim lebt.
Kurz vor unserem Start am Samstag morgen um 09:10
musste Olaf wegen eines
Tretlagerschadens auf sein Ersatzrad umsteigen. Das Wetter war auch
nicht
auf der Seite der Starter, es war bedeckt und der Regen - welcher
uns später
immer wieder kurz überraschen sollte - hing schon in den Wolken.
Gestartet wird in Gruppen zu 100 Teilnehmern alle
5 Minuten - in unserer
Startbox standen etliche skurile Mitstreiter: ein Mountainbikefahrer
mit
Vollbart und mehr als abgefahrenen Reifen, ein einarmiger Mann -
der uns auf
der Strecke die ersten vier Stunden immer wieder begegnete, usw.
- auch
Teilnehmer mit Klapprädern haben wir überholt. Das Volksfest
setzt sich also
auch auf dem Rad fort.
Aufgrund des Wetters mit den niedrigen Temperaturen
von 12 - 17 Grad und
böigen Winden während des Rennens, haben wir lange Hosen
und unsere
Rennjacken angehabt. Auch die Regenjacke haben wir benötigt.
Mit der langen Hose und der Sitzposition auf dem
Ersatzrad und seiner nicht
funktionierenden Schaltung hatte Olaf schon früh zu kämpfen.
Die Hose
verursachte leider eine Zerrung in den Muskelansätzen im rechten
Knie, so
dass er bereits ab km 40 zu kämpfen hatte.
Wir haben uns dann von Gruppe zu Gruppe nach vorne
gekämpft und haben "die
Löcher zugefahren". Zwischenzeitlich sind wir in der leichten
Steigung somit
bis zu 47 km schnell gefahren, um die Löcher zur nächsten
Gruppe zu
schliessen. Die ersten 158 km sind quasi eine einzige Steigung,
die in
kleinen Rampen hinauf auf den Doevrefjell - ein Hochplateau - führt.
Hier
lagen noch vereinzelte Schneefelder.
Damit wir nicht zu oft stoppen mussten, haben wir
unsere Lieblingsriegel mit
genommen. Auf den "Balance High Proteine" Riegel mit "Yoghurt
Honey Peanut"
Geschmack sowie den "Kid Sport" Riegel mit "Double
Chocolate" Geschmack war
wie immer Verlass. In den Flaschen hatten wir Basica Sport und beim
nachfüllen haben wir unsere Frubiase Sport Tabletten in dem
frischen
norwegischen Wasser aufgelöst. Auf Gels haben wir ganz verzichtet.
Nach 5
Stunden haben wir beide ein Brot und Banane gegessen, um den Magen
zu
füllen. Alle vier Stunden einen halben Liter Cola und eine
Schwedentablette
(Salz) dienen dem Ausgleich der Verluste an Zucker und Salz.
Unsere absolute Geheimwaffe sind ja die MAPs -
eine Aminosäureverbindung.
Diese dienen normalerweise der schnelleren Regeneration. Wir haben
diese
auch im Rennen eingesetzt: alle zwei Stunden zwei MAPs mit Orangensaft
und
Wasser aus unseren Camelbacks haben uns geholfen fit zu bleiben.
Bei der ersten Zwischenzeit nach km 200 - also
hinter dem Bergmassiv - waren
wir gut im Rennen. Manuela war bei den Frauen ihrer Altersklasse
auf Platz 2
der Gesamtwertung mit einem guten Vorsprung. Diesen haben wir dann
auf den
folgenden 100 km noch auf über 1:12 Stunden ausgebaut. Wir
lagen nur eine
Minute hinter der Führenden zurück, der wir auf den letzten
100 km einige
Minuten abgenommen hatten.
Bei etwas über 300 km und nach etwas weniger
als 12 Stunden hat es uns dann
erwischt. Olaf hatte zu grosse Kniebeschwerden, die eine Bewegung
nicht mehr
zuließen. Manuela hatte Probleme im linken Fuss. Nachträglich
konnten wir
analysieren, dass die lange Hose die Muskeln behindert hat. Wir
haben aus
Vorsicht vor unserem Gesamtziel aufgehört.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr gut im Rennen.
Wir waren nicht unter
Volllast gefahren, hatten perfekte Pulswerte von 118 / 116 im Schnitt
(Olaf
/ Manuela) und 144 / 152 im Maximum und keiner von uns war Müde
- auch
hatten wir keine sonstigen Schmerzen, Muskelkater, etc.
Der Spass begann aber jetzt erst, denn per Taxi
sind wir dann nach
Lillehammer um festzustellen, dass kein Zug mehr nach Oslo fuhr
- also haben
wir in einem Hotel übernachtet. Am nächsten Morgen ist
dann wiederum kein
Zug gefahren und der Ersatzbus hat keine Räder mitgenommen.
Somit sind wir
dann mit einem anderen Taxi weiter nach Oslo (knapp 2 Stunden Fahrt).
Aber in zwei Jahren kommen wir mit Sicherheit
wieder ... nächstes Jahr geht
es ja wegen dem RAAM nicht ...
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