|
Den letzten Platz in der Einzelwertung bei Rad am Ring 2008 habe ich nur knapp verpasst (Platz 244 von 330 Einzelstartern). Nach nur 4 Runden habe ich abgebrochen: keine Motivation, keine Kraft und auch sonst Nichts war vorhanden, was mich hätte weiter fahren lassen können.
Die Saison 2008 ist hiermit beendet, denn nach den Parasiten im Frühjahr und Sommer ist kein Land in Sicht. Es fehlt an der Grundlagenausdauer und damit an der wesentlichen Voraussetzung für eine längere Saison. Ich habe in Garching und Kelheim gute Ergebnisse erzielt, was ich jetzt erst begreife. Der Ring ware nach Schötz zu viel, denn 4 x 24 Stunden in 8 Wochen sind wohl nach der Krankengeschichte einfach zu viel.
Es wäre mein Wetter gewesen (ab und an Regen, Wind, kühl und ungemütlich) für eine sehr gute Leistung und wenn man sich die Ergebnisse anschaut, dann wäre eine Top 20 Platzierung gut drin gewesen.
Ich freue mich für meinen Zellennachbarn Michael Dhom aus der Schweiz, der Platz 6 bei den Einzelstartern / Herren belegte - wir werden uns wieder sehen! Bisher hat immer einer von uns abbrechen müssen (er 2007 in der Schweiz die 600 km Bern-Wiedlisbach). Beim nächsten Mal sehen wir das Ziel zusammen!
Zum Rennen: Ich war mir sowieso unsicher überhaupt anzureisen. Die Knie taten weh und wirklich regeneriert von Schötz war ich nicht. Trotzdem ging ich am Ring an den Start. Die Veranstaltung wird immer größer. Um 13 Uhr war Start zusammen mit den Teams und nur 5 Minuten hinter den 70km und 140 km Fahrern.
Die erste Runde lief noch halbwegs gut, aber direkt in der zweiten Runde habe ich schon nachgelassen und war alleine unterwegs. Die Steigung war weniger das Problem, sondern viel mehr die wellige Strecke gegen den Wind am Ende der Runde. Mit dem Kredo und den Lightweight Laufrädern bei 50/34 und 11-28er Ritzel war ich gut ausgestattet.
In Runde 3 habe ich mich schon gefragt, ob es Sinn macht weiter zu fahren. Ich habe aber eine Zeit um 1:10 pro Runde noch halten können - eigentlich eine schlechte Zeit. In Runde drei hatte ich dann eine 50 minütige Unterhaltung mit einem Mitfahrer. Nach der Runde habe ich schon 5 Minuten pausiert und mich über Nahrung gefreut. Die vierte Runde hat dann in mir ganz klar den Gedanken an ein Saisonende hervorgeholt. Warum langsam hinterherfahren und dann am nächsten Tag nur Schmerzen haben??? Ich habe mich dann entschlossen nach der vierten Runde aufzuhören, abzubauen und nach Hause zu fahren. Ein Wein, leckeres Essen und die Planung von Ausgleichssport für September waren dann angesagt.
Ich werde im Oktober wieder langsam anfangen für 2009. Diese Saison war verloren, da von April bis Juni nichts ging wegen der Parasiten - es kann nur besser werden.
.
Das Wetter war top. Am Samstag
um 12:08 ging es bei über
25 Grad ein wenig früher als geplant los, da die Mountainbiker
zu schnell waren und sonst durch die Startaufstellung der
24 Stunden Radler hätten durch fahren müssen. Neben
den tollen Temperaturen war richtiges Bräunungswetter
bei Windstille angesagt – also perfekt.
Ich habe mich hinten rein gestellt
beim Start, da die 4er Teams vorne ja ordentlich Gas geben
und ich mich nicht mitreissen
lassen muss und auch nicht im Weg „stehen“ will.
Die erste Runde war mit 53 Minuten leicht schneller als geplant – Ziel
war es 55 Minuten zu fahren und 5 Minuten zu stehen, das
ganze die ersten acht Runden, dann 65 Minuten fahren und
bis zu 10 Minuten stehen – es hätten also 22 Runden
werden können.
Die ersten vier Runden bin ich
mit den BORA Laufrädern
gefahren. Mit vorne 34 und hinten 12-25 war ich ordentlich
bestückt. Im langen Anstieg wie auch an der Hohen Acht
habe ich die ersten beiden Runden jeweils noch mit 68 Touren
konstant getreten und kam sehr schnell voran – nach
der Hohen Acht auf dem welligen Stück bis zum Ziel habe
ich mich immer erholt. Nach der zweiten Runde kam die erste
Pause, da zwei Freunde gekommen waren – und die war
schon länger als geplant. Meine dritte Anfahrt zur Hohen
Acht war dann mit der 34/25 Kombination plötzlich sehr
hart – unerwartet. Ich hatte sehr viel getrunken, immer
so um die 1,8 Liter pro Runde und auch ordentlich gegessen,
aber nach der dritten Hohen Acht – mit 19% immerhin
ziemlich steil – war plötzlich keine Energie mehr
im Oberschenkel.
Nach Runde drei war dann wieder
ein Freund mit Kollege da – wieder
etwas zu lange pausiert. Es folgt mit Runde vier immer noch
ein Disaster im Berg. Ich habe dann die BORA gegen CXP 33
getauscht, die mit einem 13-29er Kranz ausgestattet waren.
Trotzdem hatte ich in den nächsten Runden immer noch
ein völlig energieloses Bein. Ich trudelte so über
de Strecke.
Ab 21:30 war der Ofen dann immer
mehr aus … die Pausen
wurden länger und länger, immer wieder kamen Freunde,
Lebensgefährtin, Verwandte … und reden machte
mehr Spass als langsam fahren. Ich habe dann den Fehler gemacht
einfach immer konstant weiter zu fahren, statt einmal etwas
länger zu pausieren. Dies habe ich dann nach einem weiteren
Besuch um 06:40 Uhr morgens endlich gemacht. Ich habe genau
30 Minuten gestoppt und gesessen ohne Menschen zum reden.
Augen zu – die ohnehin schon seit 21:00 Uhr schmerzten,
da ich ja in der Woche vorher noch den Kugelschreiber im
linken Auge hatte und zunächst gar nichts sehen konnte.
Die halbe Stunde hat geholfen,
meine erste Runde hiernach war wieder eine 55er Runde und
die nächste nach kurzer
Pause auch recht druckvoll mit 57 Minuten. Auch der Pulslauf
war nun endlich wie erwartet und gewohnt … er kam in
der Hohen Acht auf maximal 155 und sank dann in der Erholungsgraden
wieder unter 100 ab. Ich habe dann noch gute Runden gefahren
bis zum Ende – nur die letzte Runde habe ich extrem
langsam gefahren, um genau nach dem Zielschluss für
eine letzte Runde rein zu kommen – es hat aber nicht
gereicht, ich war vorher da.
Insgesamt nur 15 Runden gefahren,
aber nie abgestiegen. Sechs gute Runden unter einer Stunde
und der Rest kann komplett
vernachlässigt werden. Der Start und das Ende waren
gut. Ich kann also ganz gut regenerieren, aber Dauerlast
schien nicht zu gehen. Ich habe drei Kilo im Rennen trotz
viel Trinken und Essen abgenommen und dann am nächsten
Tag sechs Kilo zugenommen. Vermutlich hat die Augenbehandlung
mit Kortison, etc. mich doch ziemlich aus der Bahn geschmissen.
Das ich damit noch Platz 32 von
230 Startern in der Altersklasse 30-40 Jahren hatte, war
für mich sehr überraschen.
Selbst der Platz 93 in der Gesamtwertung ist eigentlich dieser
Leistung nicht wert.
Nachdem ich also probiere im August
2007 so viele schwere Rennen wie möglich hintereinander zu legen, um mich
selber einschätzen zu können für einen RAAM
Einsatz, bin ich mit Rad am Ring nicht ganz zufrieden. Ich
habe zu viele Pausen gemacht – die nicht unbedingt
nötig waren. Hätte ich aber einmal deutlich länger
gestanden und wäre ansonsten nur mit Flasche-Auftanken
durchgefahren, so hätte ich sicherlich mehr Runden geschafft.
Die Vorbereitung war mit der Augenverletzung und mit einer
beruflich sehr unruhigen Woche extrem schlecht, aber trotzdem
hätte man es durchziehen müssen – es fehlte
ein wenig die entsprechende Konzentration und damit der Einsatz.
Die nächsten drei August-Belastungen müssen nun
sitzen.
|