|
Ich hatte mir für Rad am Ring über
20 Runden vorgenommen auf dem knapp 23 km Rundkurs mit
je 505 Höhenmetern vorgenommen. Ich wollte nicht überdrehen,
sondern Rad am Ring wie auch der Alpenbrevet in der folgenden
Woche sollten jeweils Kraftausdauer Programm sein und mich
fit machen für Paris-Brest-Paris. Einen richtigen
Höhepunkt habe ich dieses Jahr nicht, es geht mehr
um Training und um hohe Lasten, so dass ich ja in der Paris-Brest-Paris
Woche auch noch den Ötztaler Radmarathon fahre.
Das Wetter war top. Am Samstag
um 12:08 ging es bei über
25 Grad ein wenig früher als geplant los, da die Mountainbiker
zu schnell waren und sonst durch die Startaufstellung der
24 Stunden Radler hätten durch fahren müssen. Neben
den tollen Temperaturen war richtiges Bräunungswetter
bei Windstille angesagt – also perfekt.
Ich habe mich hinten rein gestellt
beim Start, da die 4er Teams vorne ja ordentlich Gas geben
und ich mich nicht mitreissen
lassen muss und auch nicht im Weg „stehen“ will.
Die erste Runde war mit 53 Minuten leicht schneller als geplant – Ziel
war es 55 Minuten zu fahren und 5 Minuten zu stehen, das
ganze die ersten acht Runden, dann 65 Minuten fahren und
bis zu 10 Minuten stehen – es hätten also 22 Runden
werden können.
Die ersten vier Runden bin ich
mit den BORA Laufrädern
gefahren. Mit vorne 34 und hinten 12-25 war ich ordentlich
bestückt. Im langen Anstieg wie auch an der Hohen Acht
habe ich die ersten beiden Runden jeweils noch mit 68 Touren
konstant getreten und kam sehr schnell voran – nach
der Hohen Acht auf dem welligen Stück bis zum Ziel habe
ich mich immer erholt. Nach der zweiten Runde kam die erste
Pause, da zwei Freunde gekommen waren – und die war
schon länger als geplant. Meine dritte Anfahrt zur Hohen
Acht war dann mit der 34/25 Kombination plötzlich sehr
hart – unerwartet. Ich hatte sehr viel getrunken, immer
so um die 1,8 Liter pro Runde und auch ordentlich gegessen,
aber nach der dritten Hohen Acht – mit 19% immerhin
ziemlich steil – war plötzlich keine Energie mehr
im Oberschenkel.
Nach Runde drei war dann wieder
ein Freund mit Kollege da – wieder
etwas zu lange pausiert. Es folgt mit Runde vier immer noch
ein Disaster im Berg. Ich habe dann die BORA gegen CXP 33
getauscht, die mit einem 13-29er Kranz ausgestattet waren.
Trotzdem hatte ich in den nächsten Runden immer noch
ein völlig energieloses Bein. Ich trudelte so über
de Strecke.
Ab 21:30 war der Ofen dann immer
mehr aus … die Pausen
wurden länger und länger, immer wieder kamen Freunde,
Lebensgefährtin, Verwandte … und reden machte
mehr Spass als langsam fahren. Ich habe dann den Fehler gemacht
einfach immer konstant weiter zu fahren, statt einmal etwas
länger zu pausieren. Dies habe ich dann nach einem weiteren
Besuch um 06:40 Uhr morgens endlich gemacht. Ich habe genau
30 Minuten gestoppt und gesessen ohne Menschen zum reden.
Augen zu – die ohnehin schon seit 21:00 Uhr schmerzten,
da ich ja in der Woche vorher noch den Kugelschreiber im
linken Auge hatte und zunächst gar nichts sehen konnte.
Die halbe Stunde hat geholfen,
meine erste Runde hiernach war wieder eine 55er Runde und
die nächste nach kurzer
Pause auch recht druckvoll mit 57 Minuten. Auch der Pulslauf
war nun endlich wie erwartet und gewohnt … er kam in
der Hohen Acht auf maximal 155 und sank dann in der Erholungsgraden
wieder unter 100 ab. Ich habe dann noch gute Runden gefahren
bis zum Ende – nur die letzte Runde habe ich extrem
langsam gefahren, um genau nach dem Zielschluss für
eine letzte Runde rein zu kommen – es hat aber nicht
gereicht, ich war vorher da.
Insgesamt nur 15 Runden gefahren,
aber nie abgestiegen. Sechs gute Runden unter einer Stunde
und der Rest kann komplett
vernachlässigt werden. Der Start und das Ende waren
gut. Ich kann also ganz gut regenerieren, aber Dauerlast
schien nicht zu gehen. Ich habe drei Kilo im Rennen trotz
viel Trinken und Essen abgenommen und dann am nächsten
Tag sechs Kilo zugenommen. Vermutlich hat die Augenbehandlung
mit Kortison, etc. mich doch ziemlich aus der Bahn geschmissen.
Das ich damit noch Platz 32 von
230 Startern in der Altersklasse 30-40 Jahren hatte, war
für mich sehr überraschen.
Selbst der Platz 93 in der Gesamtwertung ist eigentlich dieser
Leistung nicht wert.
Nachdem ich also probiere im August
2007 so viele schwere Rennen wie möglich hintereinander zu legen, um mich
selber einschätzen zu können für einen RAAM
Einsatz, bin ich mit Rad am Ring nicht ganz zufrieden. Ich
habe zu viele Pausen gemacht – die nicht unbedingt
nötig waren. Hätte ich aber einmal deutlich länger
gestanden und wäre ansonsten nur mit Flasche-Auftanken
durchgefahren, so hätte ich sicherlich mehr Runden geschafft.
Die Vorbereitung war mit der Augenverletzung und mit einer
beruflich sehr unruhigen Woche extrem schlecht, aber trotzdem
hätte man es durchziehen müssen – es fehlte
ein wenig die entsprechende Konzentration und damit der Einsatz.
Die nächsten drei August-Belastungen müssen nun
sitzen.
|