|
Brevets sind eigentlich keine Rennen, sondern
das gemeinsame Radeln von begeisterten Radsportlern entlang
einer Route, die erst am Start bekannt gegeben wird. Wir hatten
nach einer Regenwoche mit nass-kaltem Wetter den ersten guten
Tag erwischt und als ich um 06:30 aus dem Fenster schaute
sah ich noch einige Regenwolken, die aber schnell entschwanden.
Um 07:30 Uhr sammelten sich die ca. 70
Radler, 2 Tandems und 3 Liegewagenfahrer an der Gesamtschule
in Hamburg-Horn und jeder bekam seine Routenkarte und vor
allem seine Stempelkarte, um an den fünf Kontrollstellen
den Stempel abzuholen. Eine kurze Einweisung über den
Ablauf gab Klaus, der Organisator.
Um 08:00 Uhr ging es dann los. Geschlossen
mit im Schnitt immer 26 km/h auf dem Tacho fuhren wir auf
schönen Wegen abseits vom Verkehr durch Hamburg. Es war
bis zum ersten Kontrollpunkt beim km 44 quasi eine Kaffeefahrt.
Ab dort hatten wir Gegenwind mit Stärke 3 und ab und
an Böen mit Stärke 6. Bis km 80 war ich mit in der
Spitzengruppe, hier wurde dann eine Geschwindigkeit von 33-38
km/h gegen den Wind gefahren und das ganze sehr unkonstant.
Die Gruppe war auf zehn Leute geschrumpft aufgrund der hohen
Geschwindigkeit und dem harten Wind, der immer von vorne kam.
Bei km 80 hat es dann die Gruppe in den starken Böen
der Ostsee vollständig aufgelöst. Zusammen mit einem
weiteren Mitstreiter haben wir die letzten 25 km bis zum Timmendorfer
Strand gegen sehr starken Wind aber bei Sonne in knapp einer
Stunde zurückgelegt. Vier Radler vor uns, vier aus der
ehemals ersten Gruppe hinter uns das Loch zu den ersten
vieren konnten wir nicht schließen, aber einen haben
wir noch eingesammelt. Am Timmendorfer Strand haben wir uns
den zweiten Stempel geholt, mehr als eine halbe Stunde Pause
gemacht und auf die restlichen Fahrer der ehemaligen ersten
Gruppe gewartet. Zu siebt sind wir dann um 12:45 vom Timmendorfer
Strand aus nach Hamburg aufgebrochen.
Nun hatten wir Rückenwind und sind
gemütlich in der Gruppe weiter gefahren, immer mit ca.
29-34 km/h durch welliges Gelände. Die ersten hinter
uns kamen uns erst nach 10 Minuten Rückweg entgegen,
die letzten nach über einer Stunde. Wenn man unsere lange
Pause also einrechnet, dann hatten wir auf den 40 km vor dem
Timmendorfer Strand knapp 45 Minuten Vorsprung herausgefahren
der Wind hatte wirklich die ganzen Gruppen aufgelöst.
Einige werden sicherlich nicht mehr rechtzeitig in Hamburg
sein. Insgesamt haben wir uns noch fünfmal verfahren,
zusammen waren dies knapp sechs Kilometer unnötige Strecke
auf dem Hinweg hatte ich nur einen kleinen sinnlosen
Schlenker. Zweimal haben wir je zwei Fahrer verloren, die
wir an der nächsten Kontrollstelle wieder eingesammelt
haben. Die beiden Kontrollstellen haben wir immer für
eine Kaffeepause genutzt.
Nach genau 9 Stunden und 7:50 Stunden
reiner Fahrtzeit und 213,7 km war ich dann in Hamburg mit
den sieben Fahrern am Ziel. Vor uns waren nur die drei Anderen
gemeinsam ins Ziel gekommen.
Es hat auf jeden Fall riesig Spaß
gemacht.
|