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Das der Ötztaler Radmarathon, der dieses
Jahr zum 25. Mal startete, als härtestes Radrennen Europas
gilt, konnten wir nun am eigenen Leib feststellen. Es geht
über 238 km und vier dicke Berge mit zusammen 5.500 Höhenmetern.
Morgens um 04:30 mussten wir raus aus
den Federn, Frühstücken und uns Rennbereit machen.
Joerg, unser Teamchef und Trainer, war mit am Start
wenn auch ohne Startnummer um uns zu begleiten und
zu schinden. Um 06:15 rollten wir aus dem Hotel direkt in
die Startaufstellung. Über 4.500 Teilnehmer reihten sich
wie eine Perlenkette auf der Strasse in Sölden aneinander.
Es waren 8 Grad und in der Nacht hatte es geregnet. Als um
06:30 der Startschuss erfolgte rollte eine Lawine von Radfahrern
die Strasse hinunter Richtung Oetz. Die Abfahrt war in der
Menge nicht ungefährlich, zumal es leicht zu regnen begann.
Als es dann den ersten Anstieg Richtung
Kühtai hinauf ging (ca: 1.150 Höhenmeter über
15 km hinauf auf 2.020 m), war kein durchkommen durch die
Massen möglich, so dass wir wie viele ihr
eigenes Tempo nicht fahren konnten. Es waren in der vorangegangenen
Abfahrt so viele schon gesprintet und hatten dann im Berg
nicht die Kraft, so dass sie vorne blockierten.
Auf dem ersten Kilometer im ersten Berg
hatte Olaf dann hinten einen Platten, der Service wagen half
vorbildlich. Dennoch waren fast alle Teilnehmer bereits an
ihm vorbei, als er weiterfahren konnte. Allerdings hatte er
dann ca. 200 Meter später direkt wieder einen Platten
und keinen Schlauchreifen mehr als Ersatz. Also wurde das
Hinterrad mit Joerg getauscht, so dass Olaf weiter fahren
konnte. Er hatte nun allerdings mit 38/25 eine extrem harte
Übersetzung für die anstehenden Berge. Insgesamt
hatte er zu diesem Zeitpunkt 15 Minuten gestanden und da er
ca. 10 Minuten hinter der Spitze gestartet war, somit schon
25 Minuten verloren. Er war hinter dem Besenwagen
und hinter dem letzten Teilnehmer. Joerg blieb zurück
und beschaffte sich von einem Servicewagen ein Ersatzhinterrad.
Den Service können wir also nur loben, denn nur so war
es möglich, dass nicht nur Olaf sondern auch Joerg weiter
fahren konnten.
Olaf überholte dann im ersten Anstieg
mit einem schnellen Antritt den Berg hinauf zunächst
den Besenwagen und dann Schritt für Schritt weitere Teilnehmer.
Kurz vor Ende des ersten Bergs in Kühtai überholte
er Manuela und hatte somit innerhalb von 15 km den Rückstand
vom Reifenwechsel-Stop eingeholt. In Kühtai war immer
noch leichter Regen und die Abfahrt Richtung Brenner war bei
ca. 10 Grad doch recht kühl.
In der Abfahrt hat Joerg dann wiederum
Manuela eingeholt, was zeigt, dass er noch deutlich schneller
unterwegs war als Olaf aber wir wissen ja warum wir
Ihn haben.
Am Brenner hat Olaf es dann richtig brennen
lassen. Der Anstieg von Innsbruck aus ist lang, aber nicht
zu stark das sind die Berge für Olaf. Er hatte
eine Perlenkette von Fahrern hinter sich und mit jedem überholten
waren es dann mehr am Ende ca. 80 Personen. Immerhin
hat auf den ca. 40 km hinauf zum Brenner niemand Olaf überholt.
Manuela und Joerg kamen auch voran, aber nicht so schnell
der Berg schlauchte durch seine Länge schon ziemlich.
Die doch relativ kurze Abfahrt vom Brenner
hinunter nach Sterzing war glatt, aber der Regen wich dann
der Sonne. In Sterzing waren die ersten Fans speziell für
unsere Gruppe und hielten neue Flaschen und spezielle Verpflegung
bereit. Wir hatten uns aufgrund der grossen Anstrengung in
den Bergen entschlossen wenig Riegel, sondern mehr flüssige
Kalorien zu konsumieren. In unserem Falle die Drinks von Enervit,
Riegel von Enervit und Squeeze sowie Cola.
Den Jaufenpass hinauf (ca. 1.100 Höhenmeter
auf 15 km) hatte es Olaf mit der Übersetzung von 38 zu
25 richtig schwer und musste einige Fahrer passieren lassen.
Ihn plagten Knieschmerzen vor allem in den steilen Passagen
mit bis zu 13%. Irgendwie hat er es nach oben geschafft. Manuela
hat im Jaufenpass keine Zeit auf Olaf verloren und hatte an
der Spitze weiterhin nur ca. 15 Minuten Rückstand. Olaf
hat die Verpflegung am Jaufenpass ausgelassen und ist die
lange teils steile Abfahrt hinunter. Er hat
hier viele Plätze gut gemacht und ist die 27 km bis St.
Leonhard unter 25 Minuten gefahren trotz Serpentinen.
Hier wartete dann die zweite private Verpflegungstelle, wo
vor dem Timmelsjoch aller Ballast abgeworfen wurde. Manuela
kam in St. Leonhard ca. 40 Minuten nach Olaf an und hatte
somit in der Abfahrt 25 Minuten verloren. Sie war komplett
entkräftet und wurde zur Vorsicht von Joerg aus dem Rennen
genommen. Manuela und Joerg fuhren dann ab St. Leonhard mit
den beiden PKWs der Familie Schmeller mit und begleiteten
Olaf auf dem harten Anstieg zum Timmelsjoch.
Das Timmelsjoch 1775 Höhenmeter
auf 28,9 km mit bis zu 14%, aber immer mindestens 6% - ein
Knallerberg der wirklich das Feld komplett trennt.
Olaf hatte schon auf den ersten Kilometern den Berg hinauf
arge Probleme mit der Übersetzung am Rad. Seitdem er
die Knielinge die er wegen der Kälte anhatte
in St. Leonhard abgelegt hatte waren zumindest die
Knieschmerzen einigermaßen weg. Nach ca. 6 km im Berg,
kamen dann auch die Begleitfahrzeuge und hatten dank dem Geistesblitz
von Peter Schmeller DANKE DANKE auch daran gedacht,
dass man das Hinterad von Manuela an Olaf Rad montieren könnte.
Fortan stand Olaf die Übersetzung von 38/29 bereit und
wirkte wahre Wunder. Er hatte viel Kraft gelassen, aber es
ging nun besser. Zumal die Begleiter Familie Schmeller
und Co. - an den Verpflegungsstellen Cola und Mineralwasser
organisierten und anfeuerten. Auch die offiziellen Verpflegungsstellen
waren top. Es gab eine reichhaltige Getränkeauswahl und
allerlei zu Essen.
Olafs Weg hinauf zum Timmelsjoch
auf eine Höhe von 2.509 m war hart, aber er kam
gut hoch. Auch der Regen und die Kälte (5 Grad) am Gipfel
und in der folgenden Abfahrt, machten ihm nichts mehr aus.
Er wollte nur noch schnell ins Ziel, flog den letzten kleinen
Anstieg über 220 Hohenmeter und 3 km Länge im grossen
Ritzel hoch, lies nochmals viele Konkurrenten hinter sich
und war nach 12:59 Stunden im Ziel auf Platz 938 seiner
Altersklasse. Ohne die beiden Platten und mit dem richtigen
Ritzel wäre es sicherlich besser gelaufen, aber es gab
sicherlich auch andere Schicksale bei diesem Rennen.
Die Stimmung bei dem Rennen war top
man wurde überall angefeuert. Die Organisation war vorbildlich
etliche Servicemobile und eine optimale Verpflegung
sowie perfekte Strassensperren. Es gab nichts auszusetzen
und wir verbuchen unser Ergebnis als Erfolg, wo wir doch bisher
auf Berge gar nicht trainiert haben.
Eins haben wir noch: Manuela war die jüngste
weibliche Teilnehmerin am Rennen (von 150 Frauen im Ziel).
Als ihr Vater am Ende den Chip abgeben wollte, ist er noch
über die Zielline gelaufen und somit ist sogar Manuela
gewertet, auf Platz 42 bei den Frauen unter 35 mit 13:10 Stunden.
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