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Beim Auf den Alpenbrevet habe ich
mich nicht speziell vorbereitet, aber ich wollte mein – für
mich - schlechtes Ergebnis vom Nürburgring zumindest
für mich wieder „geraderücken“.
Am Start um 06:30 Uhr standen ca. 350
Teilnehmer der Challange – der Strecke über 266
km mit 6.700 Höhenmeter. Es war bedeckt und eine Minuten
vor dem Start begann es dann leicht zu Regnen – ich
habe noch schnell die Nalini Regenjacke angezogen, denn die
ersten Kilometer ging es hinunter von 1.450 hm auf knapp
920 hm nach Wassen. In der Abfahrt direkt das erste Problem.
Ich war mit der Lightweight Kombination aus Ventoux für
vorne und Obermayer für hinten unterwegs. Der Hersteller
war nicht in der Lage die zugehörigen Bremsgummis zu
liefern (peinlich!) und so hatte ich die Campagnolo Carbon
Bremsgummis drauf – die griffen aber gar nicht und
auf der feuchten Strasse blockierten die Laufräder sofort
und ich rutscht immer wieder über den Asphalt – ein
absolutes Sicherheitsrisiko. Ich dachte schon ans aufhören,
prüfte schon ob alles stabil war und fuhr dann doch
weiter in der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser wird.
Von Wassen geht es dann bei km 10 hinauf
auf den Sustenpass, knapp 1.300 Höhenmeter später
auf 2.220 hm erreicht man bei km 28 den Sustenpass. Schon
nach 5 km im Aufstieg tat mir das linke Knie an der Pantella
weh – ich hatte Beinlinge an, denn bei 7 Grad war es
in der vorangegangenen Abfahrt doch etwas frisch. Die Schmerzen
gaben sich aber nach weiteren 5 km. Ab ca. 1.700 hm hatten
wir stärkeren Neben und hiermit verbundenen Regen, der
auch in der kompletten Abfahrt vom Susten nach Innertkirchen
(bei km 55) für dickste Probleme mit meinem Bremsen
sorgte. Die Gruppe welche ich in der Steigung eingeholt hatte
war wieder weg und hat über 10 Minuten auf mich gewartet,
d.h. ich habe durch die schlechten Laufräder extrem
Zeit liegen lassen, abgesehen von der Angst mich hinzulegen.
Da Lightweight auch die O-Ringe nicht liefern konnte hatte
ich viele Mitfahrer die das laute Knacken als Felgendefekt
ansahen, obwohl nur das Ventil gegen das Carbon schlug.
Nun ging es den Grimselpass hinauf, 24
km und knapp 1.500 Höhenmeter hinauf auf 2.165 hm. Der
Pass war gut zu fahren. Der Regen wurde weniger und es war
nur noch bedeckt. Mit meiner 34er / 26er Kombination kam
ich gut voran. Es war mit immer über 60 Umdrehungen
noch ein lockerer Tritt. Alle anderen um mich herum hatten
meistens vorne dreifach Blätter und hinten oft einen
29er Rettungsanker. Der Grimselpass ist auch landschaftlich
schön, da keiner sprechen wollte, bzw. wohl eher konnte,
hatte man ja Zeit sich umzuschauen. Die Abfahrt vom Grimsel
nach Gletsch war wieder eine Katastrophe Dank der Lightweight,
dann weiter nach Ulrichen ging es – denn hier war es
grade und endlich konnte man auch feststellen, dass mit den
richtigen Bremsgummis und O-Ringen die Lightweight traumhaft
gewesen wären. Absolut spurtreu auch bei Seitenwind
und sehr gut gefedert trotz 15 Bar in den Tufo Schlauchreifen.
Von Ulrichen ging es dann von 1.350 hm
auf 2.478 hm den Nufenen hinauf. Der Pass ist mit seinen
13 km nicht lang, aber er hat es in sich. Ich war aber zufrieden,
denn das Wetter wurde weiter besser und die Strasse auf der
Abfahrt nach Airolo und weiter nach Biasca war trocken und
die Sonne kam heraus. Die Tufos hatten nun mehr Haftung in
der Abfahrt und somit blockierten die Lightweights weniger – es
war nur noch ein Gefühl wie ein schlechtes ABS mit einer
sehr rubbeligen Vor- und Zurückbewegung.
Von Biasca beginnt der Lukmanierpass,
der von 300 hm auf 1.972 hm hoch führt und das über
37 km mit immer wieder Stufen drin. Ich hatte aber gut gegessen
und vor allem noch einmal Vitamin B zugeführt – das
hat wohl geholfen die Muskeln gut mit den Kohlehydraten zu
versorgen. Es ging sehr gut bergan. Einziges Hindernis waren
immer wieder noch leicht rücksichtslose Autofahrer,
die trotz Gegenverkehr noch überholen mussten. Die 16
km Abfahrt nach Disentis war wieder ein kleine Katastrophe
mit den Lightweights, aber man bekommt ja Übung und
dann war ich auch im Oberalppass – der hat nur 900
Höhenmeter und war in 21 km schnell abgehandelt. Die
11 km Abfahrt ins Ziel langsam um alle Kurven gerollt und
schon war ich nach 12:02 Stunden im Ziel. Die zweite Hälfte
bin ich deutlich besser gefahren, als in der ersten – je
länger je besser also.
Die Verpflegung war sehr gut – es
gab immer Boullion, Energieriegel, Gel, Bananen, Äpfel,
Isodrink und verschiedene Brote sowie Käse. Die gesamte
Organisation hat mir gefallen und das ich dann noch eine
tolle, blaue, eng anliegende Regenjacke bekommen habe, war
ein schöner Lohn für die Qual. Nur die Lightweights
haben mich bestimmt 30 Minuten gekostet und jede Menge graue
Haare in den Abfahrten. Im Ziel und an den Versorgungspunkten
haben mich viele drauf angesprochen und sich wohl vom eigenen
Kauf von Lightweight distanziert – schlecht für
den Hersteller – da sollte man einfach mal an der Lieferpolitik
arbeiten.
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