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Der Start war schon hart. 3000 Teilnehmer der 90 Stunden
Staffel wurden auf eine Aschebahn gequetscht - die Räder
mit dabei. Es war an Radtechnik alles dabei, von verspielt
(wie Lightweight Felgen). Dann wurde das Licht kontrolliert,
die Startbücher gestempelt und in 500er Gruppen alles
15 min ab 21.30 Uhr gestartet. Etliche hatten Begleitfahrzeuge
an der Strecke und daher auch wenig dabei, andere haben ihren
Hausstand eingepackt. Alle waren sehr gut vorbereitet.
Exakt
mit dem Startschuss für meine Gruppe um 22.05 Uhr kam
der Regen und leider hörte dieser die Nacht über
nur ab und an kurz auf - auch tags war es nicht besser. Ich
hatte viele Stops um die Regenjacke an und auszuziehen. Immer
wieder die kurzen, heftigen Schauer. Eine grosse Hilfe war
die GoreWindWeste, die gleichzeitig Regen abhält und
reflektiert. Diese hatte ich wegen der Reflektion über
der Regenjacke an. Der Gegenwind kam erst auf der Hälfte
der Strecke Richtung Brest - zum Glück.
Die ersten 80 km sind gemütlich,
wenige Wellen. Dann aber kommen die Hügel, leider andere
als wir kennen, einfach länger und steiler. Halt kleine
Berge mit allem was dazu gehört. Der Regen machte mir zusätzlich zu schaffen.
Immer wieder konnte man sich kleinen Gruppen anschließen, die allerdings in jedem Ort wieder auseinanderfielen, da einige eine Rast einschoben. Auf die Distanz von 1.230 km gesehen kam ich kaum voran und hatte schon bei km 400 die erste Müdigkeit - dies getrieben durch die langen Stops an den Kontrollen.
Die ersten Kontrollen waren problemlos zu schaffen. Auch einen Platten mitten in der Prärie habe ich gut gelöst bekommen, indem ich erst immer wieder kurz gepumpt habe um in den nächsten Ort zu kommen. An einem einsamen Haus habe ich dann morgens um 3:30 Uhr geflickt und der Hausbesitzer kam heraus und wollte mir helfen.
Der ständige Regen setzte mir stark zu. Ich konnte nicht wie geplant irgendwo am Streckenrand schlafen und die Betten der Organisation waren hoffnungslos überlastet. Teils stand das Wasser auf der Strasse und in den Abfahrten musste man gehörig aufpassen.
Ich hatte mir vorgenommen, möglichst lange nicht zu schlafen.
Das hat trotz der
Belastung 35 Stunden lang ohne Probleme geklappt (und da ich den Tag vor dem Start auch nicht geschlaffen habe eigentlich sogar 49 Stunden). Ich sah
auch immer fit aus und hatte keine Probleme, bis auf die
Energieversorgung der Beine. Da kam absolut nix an. Noch nicht mal
Vitamine habe ich genommen. Vermutlich wird bei nicht eingehaltenem
Rhythmus nichts mehr planmäßig versorgt.
Hier muss
ich für die langen Strecken mehr testen. Es muß Ziel
bleiben eine immer höhere Leistung über mehr als
24 Stunden konstant zu erbringen - auch muss mehr mit der Nahrung experimentiert werden. Der Körper regeneriert auch während der Belastung immer wieder - was man eigentlich kaum glauben würde.
Ich habe demnach in Brest aufgegeben (nach 35 Stunden), da ich keinen Schlafplatz gefunden hab, der mir genehm war und da ich ziemlich platt war. Ich bin dann zu einem 60 km entfernten PKW Verleiher gefahren und dann mit dem Wagen nach Paris, wo ich nach einem kurzen Essen erschöpft ins Bett gefallen bin und erst einmal 9 Stunden geschlafen habe.
Herauszuheben sind
die Teilnehmer und auch Organisatoren. Viele Teilnehmer waren
kommunikativ - ich hatte nie ein Problem. Und alle Autofahrer hier in
Frankreich seinen gelobt: KEINER hat gehubt und keiner hat mich oder Andere behindert.
Das Essen musste man zahlen, aber es gab endlos Freiwillige
auf den Strassen, die jubelten wenn man vorbei fuhr und die
auch Getränke etc. verschenken. Ich bin begeistert und werde es wohl 2011 wieder probieren.
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